Wenn ein Clown traurig ist

So lautete – passend zur Passionszeit – am 4. März das Thema beim Treffen der Bergischen Bibel-Clowns. Insgesamt sechs Clowns waren zugegen. Schon in der Aufwärmrunde übten wir durch Klatschen einen wichtigen Dreischritt der Clownerie: Wenn ich einen Impuls von einem anderen bekomme, hilft es, ihn zunächst bewusst entgegenzunehmen. Danach kann sich dieser Impuls in meinen Händen überraschend verwandeln. Schließlich kann ich ihn an eine andere Person weitergeben. Auch ein anschließender „Allwetterspaziergang“ machte klar, dass Clowns nicht nur bei Sonnenschein unterwegs sind.

Zum ersten Auftritt gehörte auch ein spürbarer Wandel. Voller Stolz kamen die Clowns einzeln auf die Bühne, um dem geliebten Publikum einen wertvollen Gegenstand zu zeigen, der in einer Tasche mitgebracht wurde. Aus Stolz wurde dann aber Enttäuschung und Traurigkeit, weil der wertvolle Gegenstand Mal um Mal nicht in der Tasche zu finden war. Allenfalls leere Bonbonverpackungen ließen manchmal erahnen, welch kostbarer Schatz eigentlich hätte gezeigt werden sollen.

Anschließend wiederholten wir den Auftritt in Zweierpaaren. Der zweite Clown hatte die Aufgabe, sich mit zu freuen und mit zu leiden angesichts der eintretenden Enttäuschung des jeweils anderen. Rasch und energisch trösteten die begleitenden Clowns ihre traurigen Clownsfreunde. Die Alternative, als begleitender Clown stattdessen (oder zunächst) Hilflosigkeit zu zeigen, haben wir im Nachgespräch bedacht.

Nach einer gemütlichen Kaffeepause spielten wir ein clowneskes Versteckspiel, das nicht nur lustig war. Stattdessen erspürten die Clowns den Frust darüber, den anderen nicht zu finden – oder das Gefühl, der andere suche gar nicht. Anschließend folgte ein Auftritt, in dem die Clowns einander und dem lieben Publikum herzergreifend von diesen Erfahrungen berichteten.

Ein Wort der Bibel lautet: „Ihr sollt nicht traurig sein wie die andern, die keine Hoffnung haben.“ (1. Thessalonicher 4,13). Dem entspricht die positive Grundstimmung eines Clowns, der möglichst viel die Sonne in sich scheinen lässt. Dennoch machten wir die Erfahrung: Das Durchleben von Traurigkeit gehört unbedingt zum Clown-Sein dazu. Je mehr Clowns dies zulassen können, umso liebenswürdiger erlebt sie das Publikum, das selbst auch die Erfahrung von Traurigkeit kennt.

Marco

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