Clowns spielen Schach

Mit insgesamt fünf Bibel-Clowns sind wir am 2. Juli 2017 zusammengekommen. Obwohl die Gruppe also eher klein war, haben wir einen freudigen Nachmittag miteinander erlebt. Erfreulicherweise verfügen wir nun über vier schwarze Vorhänge, so dass unsere Clownsbühne noch echter wirkt. Das haben wir am Anfang des Nachmittags durch eine Übung mit unseren Köpfen zwischen den Vorhangstreifen gefeiert.

Ein besonderes Augenmerk hatte an diesem Nachmittag das „Zug um Zug“-Prinzip, das wir durch ein mit Hilfe von neun Zetteln markiertes Spielfeld eingeübt haben. Dem zugrunde lag das Motto „Clowns spielen Schach“. Wie ist es, wenn zwei Clowns sich in diesem Spielfeld immer Zug um Zug bewegen – und immer eine neue Position einnehmen – im Hinblick auf den je anderen Clown und das Publikum? Und wie ist es so haben wir uns bei der Wiederholung der Übung gefragt ― wenn wir dazwischen ganz deutliche Pausen lassen, so dass die Bewegungen der beiden Clowns klar von einander zu getrennt sind ― und man immer auch mal wieder Ruhe empfindet, bevor man selbst den nächsten Schritt geht? Festgestellt haben wir, dass die Pausen das Ganze keineswegs langweilig machen ― und sogar länger sein könnten als wir sie gestaltet haben.

Dass auch beim Tanzen Pausen schön sein können, haben wir durch eine besondere Form des Stopptanzes miteinander erlebt. Sobald einer während des Tanzens in einer bestimmten Haltung eingefroren ist, sollten das auch die anderen tun. Sobald alle eingefroren waren, konnte irgendeine(r) wieder mit dem Tanzen loslegen und damit alle zurück zum Leben erwecken. Auch hier haben wir gespürt, wie Pausen wohltuend sind und das Tanzen umso intensiver erleben lassen.

Den krönenden Abschluss bildete unsere Wartezimmer-Übung, bei der die Clowns mitsamt Stuhl auf die Bühne kamen und mitsamt Stuhl die Bühne auch wieder verließen, so oft ihre persönliche Wartenummer zum Kommen oder Gehen aufgerufen wurde. Dadurch entstanden immer mal wieder wechselnde Konstellationen mit unterschiedlichen Verhaltensweisen der Warte-Clowns: uninteressiertes Warten, neugieriges Zueinanderblicken, ergreifende Abschiedsszenen und ein fröhliches Füßeheben als gemeinsames Spiel.

Einander Anteil geben am eigenen Atmen, für Überraschungen offen sein und auch mit dem dritten Auge hellwach zu sein, haben wir aufs Neue gelernt, unterstützt von entsprechenden Bibelworten. Für manche war die eigentliche Krönung aber natürlich der von Margitta frisch gebackene Rhabarberkuchen.

Marco

 

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